Strahlender Sonnenschein, laute Motoren, viele altbekannte lächelnde Gesichter und auch viele neue lächelnde Gesichter tummelten sich am Samstag in der Boxengasse. So ziemlich jedem war die Freude anzusehen und der Satz: „Endlich geht es wieder los.“ fiel an diesem Samstag wohl in exponentieller Höhe. Wir haben uns etwas umgeschaut und für sie die wichtigsten News gesammelt.

Hingucker
Zwei spektakuläre Fahrzeuge standen bei den Test- und Einstellfahrten der VLN 2012 sicherlich im Fokus aller Betrachter. Die McLaren MP4-12C GT3 und der Ford GT3. Ersteres Fahrzeug weckte bei einigen sicherlich Erinnerungen an die Frühphase der modernen GT-Ära seit Mitte der 90er Jahre als Gordon Murrays McLaren F1 GTR Erfolge am laufenden Band einfuhr. Dörr-Motorsport und Gemballa-Racing beehren die Fans an der Nordschleife mit der neuen britischen GT-Waffe McLaren MP4-12C GT3. Während die beiden Dörr-Motorsport McLaren fleißig ihre Runden drehten, war für Gemballa-Racing bereits am Freitag Schluß mit der so notwendigen Testerei. Offenbar hatten Klaus Ludwig und Marc Lieb eine Kollision auf der Nordschleife. Schnell tauchten Bilder in Facebook vom stark ramponierten Gemballa-McLaren auf. Das Fahrerlager hielt verschiedene Versionen über den Zustand des Wagens bereit. Von „Karosserieschaden“ bis „Kernschrott“ war alles dabei. Fakt ist: Ein sehr bedauerlicher Start für das Gemballa-Racing Team von Steffen Korbach und Sascha Bert. Gewissheit über den Grad des Schadens wird erst nach einer genauen Analyse bestehen.

Black Beauty
Bitterböse kam der neue Ford GT3 von Jürgen Alzen und Artur Deutgen Daher. Nachdem Jürgen Alzen jahrelang auf Porsche-Fahrzeuge vertraute steigt er nun auf den Ford GT3 um. Bei einem Einsatz in Belgien stand ein Ford GT neben Alzen in der Box und das hatte nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Alzen gibt zu bedenken, dass er sich für die Umstellung einige Rennen Zeit gibt und dämpft damit die Erwartungen der Fans. Eine Bereicherung bleibt der Wagen trotzdem.

Immer mehr Ferraris
Die VLN ist seit Jahren eine Porsche-Domäne. Ferraris waren die Exoten. Das scheint sich 2012 etwas zu wandeln. Bei den Test- und Einstellfahrten waren zwei Ferrari vor Ort. Der bereits aus dem letzten Jahr bekannte Ferrari 430 Challenge mit Pierre Kaffer und Christian Kohlhaas. Der Andernacher war begeistert: „Tolles Auto!“. Auch Wolfgang Kaufmann, eigentlich fest für Kremer-Racing huschte in der Box, in der unter anderem das Team Roadrunner-Racing untergebracht war, vorbei und zeigte freudig auf den weiß-schwaren Ferrari 430 des italienischen Teams Scuderia Autoropa und  sagte „Mit dem fahre ich gleich nochmal“. Und wo wir gerade bei Roadrunner-Racing waren: Der angekündigte Challenge Ferrari wird frühstens zum zweiten Lauf starten so Teamchef Udo Huppertz.

Spontane Entscheidungen sind die besten
Kurz entschlossen hatten sich Norbert Schneider mit seinen Kollegen einen Porsche 997 GT3 RSR aus dem Jahr 2009 von Herbert Lingmann einsetzen zu lassen. Der ganz in weiß gehaltene Porsche mit dem Sponsoring „Alpha Industries“ wird die Klasse SP7 bereichern. „Wir sind schon lange bei Herbert Lingmann auf BMWs gefahren, aber wir wollten eine neue Herausforderung und zufällig haben wir bei dem Team Charouz einen Porsche 997 GT3 RSR gefunden, den er nicht mehr einsetzte. Dann ging eigentlich alles ganz schnell.“ so Norbert Schneider. „Momentan hat das Auto uns noch eher im Griff, aber das wird sich schnell ändern. Wir wollen jetzt erstmal Erfahrungen sammeln.“
Alt bekanntes Bild
Viele bekannte Protagonisten aus den großen und kleinen Klassen drehten fleißig ihre Runden: Teams wie Kissling, Ring-Racing, ProSport, Bonk, Scheid, Peeters, Sesterheim, Frikadelli, Manthey, Land, Raeder, Mamerow, LMS Engineering, BMW-Motorsport, MarcVDS, Vita4One, Rowe, Kremer, Mintgen, Mathol, Scuderia Glickenhaus. Manch einer drehte aber auch zu fleißig oder zu aggressiv seine Runden. Ex-DTM-Pilot Altfried Heger wunderte sich über die harte Gangart bei reinen Testfahrten. Die Teams ATM und Wagner nehmen unter anderem viel Schrott nach Hause. Ferdinand Baratella flog im ATM-Renault Clio nach einer Kollision mächtig von der Strecke. Ergebnis: Fahrer ok – Auto kaputt. Das selbe Szenario spielte sich auch bei Wagner-Motorsport ab. 
Jetzt ist noch eine Woche bis zum ersten Lauf Zeit. Dann werden die Karten zum ersten Mal aufgedeckt und somit steigt die Freude und Spannung weiter und weiter.