Nicht nur am Herd ist Küchenchef Axel Duffner in seinem Element, so ist auch der Nürburgring seit Jahren Vorspeise, Hauptgang und Dessert des VLN-Piloten aus Hornberg im Schwarzwald. Ring1.de hat ihn in seiner Heimat besucht.

Es war ein Dienstagabend um kurz nach acht Uhr. Nach Minuten langer Fahrt, durch den dichten Wald, erreichte ich eine Lichtung in der, groß thronend, das Hotel „Schöne Aussicht“ liegt. Hell erstrahlt ist es über eine schmale und äußerst kurvenreiche Waldstraße zu erreichen, die sich hervorragend als Rallye oder Bergrennetappe eignen würde.
Mein Ausflug im Dunkel der Nacht ein Zufall? – Nicht so ganz, denn in Mitten des wunderbar gelegenen Hotelgeländes war für Ring1.de Treffpunkt mit Axel Duffner, dem rasenden „Kochlöffel“ aus dem Schwarzwald. Standesgemäß im Outfit eines Küchenchefs treffe ich Axel Duffner an, der mich in Empfang nahm, als wären wir alte Kumples und mir ebenso vertraut ausführlich seine motorsportliche Laufbahn darlegt.
Den ersten Kontakt, so Axel, als aktiven Motorsportler erlebte er nach dem Erhalt des Führerscheins, im Jahr 1992, als Teilnehmer im Slalom-Sport. Mit seinem VW Golf II Syncro trat er als 20-jähriger Motorsport-Enthusiast auf dem Bundeswehrflugplatz in Mengen zur damaligen Slalom-Meisterschaft an. Voller Begeisterung über das Erlebte stand für Axel Duffner von diesem Zeitpunkt an fest, dauerhaft Motorsport zu betreiben. Dass dieser Entschluss keine Eintagsfliege sein sollte, stellte Axel Duffner nur 2 Jahre später unter Beweis, als er zusammen mit einem Freund, Thomas Reuter, ebenfalls aus Hornberg, ein neues Projekt zum Laufen bringt. Ein Opel Kadett C wurde 1994 als Rennwagen für den Slalom aufgebaut. Dieses Fahrzeug befindet sich auch heute noch im Besitz von Axel Duffner.
Als Küchenchef eines Familienunternehmens trat den Motorsportplänen von Axel als größte Hürde das Zeitmanagement entgegen: „Du glaubst gar nicht, wie schwer es ist, Sonntags als Küchenchef oder Koch generell frei zu bekommen“, machte Axel mir deutlich seine damaligen Sorgen verständlich. Glücklicherweise fand sich jedoch auch für dieses anfängliche Problem eine Lösung, was wiederum den  Stellenwert des Motorsports in Axels Leben wiederspiegelt. „Ganz klar hat der einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben“, betont Axel und listet mir sogar die wichtigsten drei Faktoren in seinem Leben auf: „Natürlich kommt zuerst die Familie und dann die Arbeit, hier im Familienunternehmen, aber direkt danach kommt der Motorsport.“ Dies zeigte mir unmissverständlich, dass ich hier mit einem Vollblut Motorsportler an einem Tisch saß. „Weißt du, ich richte schon meine Freizeit und Urlaubsplanungen im Privatleben an den Terminen der VLN aus“, so Axel, der sich kurz darauf als mit dem Ring Virus infiziert, outet.
Apropos VLN und Nürburgring, schon kommen wir auf Axels derzeitigen Suchtfaktor im Motorsport zu sprechen: die VLN und die Nürburgring Nordschleife. Die ersten Nordschleifenrunden drehte Axel im Jahr 2004, als er den ersten Kontakt mit dem Rundstreckensport vollzog. Mit dem Freitags Training vor der Langstreckenmeisterschaft wurde Axel mit dem schon erwähnten „Ring Virus“ infiziert. Er beschrieb mir seine amüsante Begegnung mit der Nürburgring Nordschleife: "Meine Jungs in der Boxengasse gaben mir Tipps ich solle bei diesem und jenen Streckenabschnitt so und so fahren, dabei konnte ich mit all dem gar nichts anfangen", und Axel beginnt zu schmunzeln. "Ich fuhr ein oder zwei Runden auf dem GP-Kurs und dachte mir 'Naja, so besonders ist das ja auch nicht, und die Streckenabschnitte die mir die Jungs sagten hatte ich auch irgendwie nicht gefunden'. Plötzlich sah ich wie ein VW Golf nach Links abbog und wusste nun, dass es hier wohl zur Nordschleife geht."
Bis heute ist Axel Duffner vom Motorsport am Nürburgring fasziniert und aktiv als Fahrer in der VLN dabei. In den vergangenen 5 Jahren merkte Axel seine persönliche Steigerung mit jeder Runde Nordschleife mehr. Eindrucksvoll beschrieb Axel die Verbesserung bei seinen Rundenzeiten: „Von anfänglichen 10.40 min. habe ich es nach einer Weile geschafft auf eine 9.39 min. zu fahren, und das mit einem Fahrzeug aus der Klasse V5“, was durchaus eine ernst zunehmende Rundenzeit ist.
Das Thema Rundenzeiten bringt Axel unterdessen auch dazu seine Erwartung an die Fahrerkollegen der VLN anzusprechen, besonders an die Fahrerkollegen die mit deutlich schnelleren Fahrzeugen um den Eifelkurs jagen. „Ich wünschte mir im allgemeinen mehr Fairness auf der Strecke, da gerade bei den Top Teams sehr hart miteinander umgegangen wird“, womit Axel etwas zum Ausdruck bringt, was sicherlich auch schon die zahlreichen Fans an der Rennstrecke und vor allem seine Fahrerkollegen in Europas beliebtester Breitensportserie bemerkt haben.

Zwischen Erfolg und dessen Ausbleiben
Die Erlebnisse am Nürburgring sind für Axel bei jedem Besuch etwas ganz Besonderes. Sehr gut verständlich erklärt mir Axel seine Motivation auch in den bittersten Stunden für einen Rennfahrer, bei einem Ausfall, nicht zu verzweifeln: „Du hast dafür auch so tolle Momente, wie etwa unser dritter Platz in der V5, auf einem BMW M3 E36, oder die Impressionen der Nacht beim 24h Rennen, die ich bei verschiedenen Teams erleben durfte.“
Den Rest seiner VLN-Saison bestritt Axel beim Team Xtreme Racing aus Öhringen und machte noch einen Abstecher zu seinen Freunden des Götz Motorsport Teams aus Beilstein, wo er den Audi RS 4 des Teams auf der Nordschleife bewegte. Für Axel aber immer noch das wichtigste sei der familiäre Umgang untereinander, denn mit so manchen Fahrerkollegen verbindet Axel eine lange Freundschaft. Wie wichtig gute Freundschaften und ein familiäres Miteinander sein können, lernte schon so mancher Fahrer der VLN kennen und schätzen. „Wenn du mal ein Problem hast, dann stehst du nie mit dem Rücken zur Wand, es wird immer untereinander geholfen“, lobt Axel die tolle Einstellung der Piloten und Teams.
Doch gibt es auch Momente in denen jegliche Hilfe keinen Erfolg bringen würde, so geschehen beim 24h Rennen 2009, als das Rennen für die Startnummer 185 nach 59 gefahrenen Runden mit einem Abriss eines Ventils beendet werden musste. „Da ist die Enttäuschung natürlich groß, aber auch das gehört zum Motorsport dazu“, so Axel.
Axel Duffner, ein Rennfahrer mit Leib und Seele, der auch außerhalb der VLN vieles für den Motorsport in Deutschland unternimmt. Als bestes Beispiel dient hierzu seine eigene Slalom Veranstaltung die den Namen „Slalom Trophy Schöne Aussicht“ trägt und seit 2001 jährlich, Ende September, ausgetragen wird. Eine deutliche Bereicherung für den deutschen Motorsport, der im Gegensatz zu anderen Ländern wie beispielsweise England, einiges nach zu holen hat. Ginge es nach Axels Wünschen so würde er ein längerfristigeres Reglement einführen und versuchen die ständig größer werdende Lücke zwischen Profi und Hobby Motorsportlern zu schließen: „Ohne Finanzgeber oder wohlhabende Eltern hast du doch heute kaum noch eine echte Chance dich im Motorsport zu etablieren“, beklagt Axel den Umstand für Motorsportler in Deutschland. Seine Empfehlung an alle Motorsportbegeisterten mit geringem Budget lautet daher ganz klar: Kostengünstigen Motorsporteinstieg über den Slalomsport oder die Einstiegsserien am Nürburgring zu praktizieren.
Wir freuen uns Axel Duffner in der nun bevor stehenden Saison 2010 wieder am Nürburgring zu sehen, und bedanken uns für den Einblick in sein Privat und Motorsportleben.

Text: Martin Aberle
Fotos: Martin Aberle/ Axel Duffner

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