20 Jahre nach dem dramatischen STW-Finale auf dem Nürburgring: Steffan Irmler lässt die Legende des Irmscher-Opel Vectra aufleben

 

ADAC Renngemeinschaft Bergisch Gladbach Saisonfinale Vorbericht

Dieses Manöver geht am 17. Oktober 1999 auf dem Nürburgring in die Geschichte des Tourenwagen-Rennsports ein: letztes Rennen, letzte Runde, letzte Kurve – letzte Chance? Jedenfalls kracht Roland Asch 250 Meter vor der Ziellinie mit dem silbernen Irmscher-Opel Vectra unglücklich ins Heck des vorausfahrenden Titelanwärters Christian Abt im Audi A4 Quattro des familieneigenen Teams Abt Sportsline aus Kempten im Allgäu. Aschs Markenkollege Uwe Alzen profitiert vom Crash, er wird zunächst als letzter Titelgewinner der anschließend eingestellten Deutschen Supertourenwagen-Meisterschaft (STW) geehrt. Der unterlegene Abt legt jedoch Protest ein, dieser wird erstinstanzlich abgelehnt. Auf die Berufung folgt eine zweite, sechsstündige Verhandlung beim DMSB-Sportgericht in Frankfurt/Main – mit positivem Ausgang für den Audi-Piloten: Nicht Alzen, der Opel-Werksfahrer im schwarzen Holzer-Vectra, ist plötzlich Champion, sondern er selbst. An all die Dramatik der Herbsttage 1999 erinnert Steffan Irmler, der heutige Eigentümer des damals eingesetzten Irmscher-Vectra STW, am Originalschauplatz, sogar zur selben Jahreszeit. Er startet am ersten Wochenende im Oktober 2019 auf dem Nürburgring beim großen Saisonfinale der Tourenwagen Legenden. Ebenfalls mit dabei: Uwe Alzen, allerdings mit einer 1996er C-Klasse von Mercedes-Benz – ein Fest für alle Freunde klassischen Racings, auf das sich Steffan Irmler einmal mehr in Nachtschichten vorbereitet.
Vorbericht: ADAC / RGB-Saisonfinale auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings

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Vom 4. bis 6. Oktober 2019 ruft mit dem RGB-Rundstreckenrennen der Rennsport-Gemeinschaft Bergisch-Gladbach auf dem Nürburgring ein Traditionstermin des Tourenwagen-Rennsports. In den frühen neunziger Jahren fiel hier stets die Meisterschaftsentscheidung in der Spezial Tourenwagen Trophy, der STT. So lautete im Oktober 1996 die Schlagzeile: „Schleichfahrt zum Titel – Gerd Dobersch macht mit dem Kissling-Opel Omega sein Meisterstück“. Steffan Irmler verfolgte sportliche Ereignisse wie diese als Leser des Magazins „flash Opel Scene International“ mit. Auch drei Jahre später, als sich Christian Abt und Uwe Alzen ein hart geführtes Titelduell um die Deutsche Supertourenwagen-Meisterschaft 1999, kurz STW, lieferten, fieberte Steffan Irmler mit. Natürlich war ihm auch der 1998 von Konrad Schmidt aus Cadolzburg im Opel-Werksauftrag aufgebaute Opel Vectra STW (Chassisnummer RVL-06A -98), eingesetzt vom legendären Opel-Tuner Günther Irmscher aus Remshalden, ein Begriff. Zunächst steuerte Franz Engstler aus Wiggensbach im Allgäu den Fronttriebler, 1999 dann der Schwabe Roland Asch aus Ammerbuch. Am 17. Oktober 1999 kam es auf dem Nürburgring zum spektakulären wie kontroversen Showdown der Supertourenwagen-Bundesliga – bald 20 Jahre ist das nun her. Steffan Irmler, der den seinerzeit von Roland Asch gesteuerten Irmscher-Vectra seit Saisonbeginn 2019 besitzt und im Dunlop Saloon Car Cup auf der britischen Insel einsetzt, lässt die Legende am ersten Wochenende im Oktober auf dem Nürburgring wieder aufleben. Der Niedersachse aus Drebber im Landkreis Diepholz startet mit dem Zweiliter-Viertürer beim großen Finale der Tourenwagen Legenden. Klaus Ludwig, dreimaliger Sieger der 24 Stunden von Le Mans und ebenso häufig der Titelgewinner in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM), feiert am 5. Oktober 2019 70. Geburtstag – im Renncockpit, wohlgemerkt. Zu Beginn der STW-Saison 1997 saß Ludwig auch im Cockpit des „Promarkt“-gelben Opel Vectra STW des Zakspeed-Teams, somit ist auch er ein Zeitzeuge der glanzvollen Opel-Ära in der Zweiliter-Formel im Tourenwagen-Rennsport. Das gilt in noch größerem Maße für Uwe Alzen, der sich im Herbst 1999 für 24 Tage als Supertourenwagen-Champ fühlen durfte, ehe ihm das hohe DMSB-Sportgericht den Titel wieder aberkannte. Uwec Alzen wird als Gratulant zum 70. Wiegenfest seines einstigen Rennstall-Kollegen – beide bildeten 1996 mit den gelben Zakspeed-Opel Calibra V6 ITC ein Team – gemeinsam mit Klaus Ludwig an den Start gehen. Aber nicht im Opel, sondern in einer C-Klasse von Mercedes-Benz. Beide Tourenwagen-Stars verbinden Dienstjahre im Zeichen des Sterns aus Stuttgart-Untertürkheim.

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So liegt es an Steffan Irmler, auf dem Nürburgring allein an die Tradition der Rüsselsheimer Automobilmarke im Tourenwagen-Rennsport zu erinnern. Er setzt den Irmscher-Opel Vectra STW (Chassisnummer RVL-06A -98) bei den Tourenwagen Legenden ein. Nach einer vier Auslandsstarts auf der britischen Insel umfassenden Saison im Dunlop Saloon Car Cup ist das aber kein allzu einfaches Unterfangen. Denn in der Nachbetrachtung des vierten und abschließenden Einsatzes in Oulton Park stellte sich tiefgreifender Revisionsbedarf am etwas mehr als 300 PS leistenden Reihen-Virerzylinder-Aggregats heraus. Sowohl im Kurbeltrieb musste ein sich anbahnender Pleuellagerschaden berabeitet werden als auch drei Probleme innerhalb des Zylinderkopfes. „Ich sage es immer wieder“, erklärt Steffan Irmler, “ – die STW-Motoren der auslaufenden neunziger Jahre sind bis auf das letzte Quäntchen ausgereizt. Da liegt es auf der Hand, dass die Laufzeiten von Revision zu Revision mehr als überschaubar sind. Ich war von etwas mehr mehr als 20 Betriebsstunden ausgegangen. Nach unserer Rückkehr aus Oulton Park war dieses Limit noch nicht erreicht. Dennoch musste nun der Kurbeltrieb zu Motorenbauer Holger Spiess geschickt werden, dasselbe galt dann auch für den Zylinderkopf.“ Irmlers Vermutung: „Einmal bin ich während der Trainings in Oulton Park hart über einen der Randsteine gehumpelt und hatte Bodenkontakt mit der Unterflur-Trägerplatte. Ich gehe davon aus, dass die vorgezogene Motorrevision auf diesen kleinen Zwischenfall zurückzuführen ist.“ Die Konsequenz für ihn und seine drei Teammitglieder: „So oder so müssen wir uns nun am letzten September-Wochenende bei uns zuhause in Mariendrebber einschließen und schrauben, was das Zeug hält. Wir wollen am Nürburgring unser Auto nicht nur präsentieren, um auch bei der ersten #SuperTourerReunion im Rahmen der Tourenwagen Legenden vor Ort zu sein, wir wollen konkurrenzfähig mitfahren. Schließlich ist es, 20 Jahre nach dem dramatischen Finale der Spertourenwagen-Meisterschaft auf dem Nürburgring, ein fast schon historischer Anlass, der sich so schnell nicht wiederholt.“ Dem ist sich auch Volker Strycek bewusst, der vor zwei Jahrzehnten die Geschicke des Opel-Werksteams als Sportchef leitete. Der Deutsche Produktionswagen-Meister des Jahres 1984 prüft zurzeit noch ein Engagement als zweiter schneller Fahrer in Steffan Irmlers Irmscher-Opel Vectra, der ihm selbst noch wohlbekannt ist.

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Die sportlichen Ereignisse auf dem Nürburgring am kommenden Wochenende werden im Livestream auf dem YouTube-Kanal von netzwerkeins_tv großzügig übertragen.

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