Wolfgang Kaufmann mit Porsche Kremer Racing auf dem Podium.

Ein Rennen zweimal rund um die Uhr ist an sich schon etwas Besonderes für jeden Rennfahrer. Doch die 24-Stunden am Nürburgring gehören unbestritten zu den Highlights in der Rennsaion 2016 für Wolfgang Kaufman. Zusammen mit Edgar Salewsky, Philippe Haezebrouck und Eberhard Baunach ging Kaufmann im Kremer Racing Porsche 997 GT3 KR in der Eifel an den Start.
Im Gegensatz zu den üblichen Langstreckenrennen hat das Zeittraining bei einem 24-Stunden Rennen deutlich weniger Bedeutung, denn in 24 Stunden kann viel passieren. Dennoch ist die Startposition, wenn auch nur für das Teamprestige, nicht ganz unwichtig. Schwierig ist dabei aber der Umstand, dass dies auch die anderen 157 Teams so sahen, freie und damit schnelle Runden also Mangelware. „Meine letzte Runde hätte sicher für Platz 2 oder 3 in der Startaufstellung gereicht, aber durch eine Code 60 Gelbphase am Ende der Runde war das alles obsolet “, zog Kaufmann sein Fazit zum Training.
Das Team Porsche Kremer Racing richtete seinen Fokus also auf das Rennen selbst, in dem Wolfgang Kaufmann als Starfahrer agieren sollte. „Nach der Einführungsrunde konnte ich sechs saubere und schnelle Runden fahren“, schilderte der Molsberger Profirennfahrer seinen Einstieg in den Eifelmarathon. Eigentlich hätte Kaufmann noch eine Runde auf dem mehr als 25 Kilometer langen Kurs drehen sollen, doch die aufziehenden dunklen Wolken über Teilabschnitten ließen die über lange Jahre geschulten Instinkte anders entscheiden. „Ich bin eine Runde eher an die Box und zusammen mit dem Team den Wechsel auf Regenreifen entschieden," so Kaufmann. Keine leichte Entscheidung, denn auf der GP Strecke und vielen anderen Streckenabschnitten rund um die "Grüne Hölle" schien zu diesem Zeitpunkt noch frühsommerlich die Sonne.
Die folgenden Minuten sollten Kremer Racing recht geben. Salewsky wurde auf Regenreifen rausgeschickt und noch auf seinem Weg zur Nordschleife unterbrach die Rennleitung das Rennen mit der roten Flagge. Heftige Regenfälle und stellenweise Hagel spülten reihenweise die Konkurrenten von der Strecke. Nicht jedoch den Kremer Porsche, der dank Regenpneus wohlbehalten wieder an die Box zurückkehrte. „Die Entscheidung zu unterbrechen war zu diesem Zeitpunkt absolut gerechtfertigt“, urteilte Wolfgang Kaufmann über das Vorgehen der Rennleitung, die seiner Meinung nach überhaupt Lob verdiente. „Die Mannschaft rund um Rennleiter Walter Hornung hat bei den 24-Stunden richtig gute Arbeit geleistet. Man merkt, dass dort Motorsport Herzen schlagen. Entscheidungen wurde mit sehr viel Sachverstand, aber auch viel Fingerspitzengefühl gefällt. Die Organisation war einfach top!“
Ein erneuter Start des 24-Stunden Rennens am Nürburgring erfolgte erst nach gut drei Stunden bei immer noch strömendem Regen. Da erst die Teamkollegen je einen Stint absolvierten, kam Wolfgang Kaufmann erst wieder in der Nacht zum Einsatz auf dem Kremer Porsche. Auch wenn es unglaublich klingen mag, die „restlichen“ 18 Stunden vergingen wie Routine. Der von Eberhard Baunachs Team Porsche Kremer Racing in Köln vorbereitete Porsche 997 KR lief wie ein Uhrwerk, wurde lediglich betankt und mit neuem Renngummi versehen. Kein Kratzer, keine Beule, kein sonst so obligatorisches Tape verunzierte das Elfer Kleid im Ziel. „Das Auto war top vorbereitet, das Team am kompletten Wochenende gut sortiert und aufgestellt“, lobte Kaufmann die Porsche Kremer Mannschaft.
Dank konstant schneller Runden in der Schlussphase konnte Kremer Racing am Ende mit Rang 3 in der Klasse SP7 auf das Siegerpodest klettern. „Wenn man bedenkt, dass wir eines der letzten Teams mit dem Porsche 997 sind, während fast alle auf die aktuelle 991 Generation setzen, ist das Podium ein wahnsinnig gutes Ergebnis. Tolle Leistung vom ganzen  Team Porsche Kremer Racing und meinen Teamkollegen“, so Kaufmann zum Ergebnis.  Wenn doch nur alle 24-Stunden Rennen so unspektakulär erfolgreich wären!

  bilstein LogoBaumannLogistik 01 maxicard mbs  teichmann 01 weiss